Die unbewusste Sprache der Liebe
Die unbewusste Sprache der Liebe

Wahre Geschichten aus der Therapie über die Liebe und das Unbewusste – brillant erzählt von dem renommierten und weltweit bekannten Therapeuten Stephen Grosz
Sophie, Robert und Helen – sie alle gehen zur Therapie bei Stephen Grosz. Sophie kommt zu jeder Therapiestunde viel zu spät, Robert belauscht seine Frau am Telefon, Helen hasst es, beschenkt zu werden. Stephen Grosz erzählt von diesen und weiteren Geschichten aus seiner Praxis und wie er mit seinen Patientinnen und Patienten gemeinsam darüber nachdenkt, was hinter ihrem Verhalten steckt. Immer wieder treten dabei die Hindernisse zum Vorschein, die wir uns selbst auf der Suche nach Liebe in den Weg stellen.
“Die unbewusste Sprache der Liebe: Wie wir uns binden und uns selbst verstehen können”
Übersetzt von: Bernhard Robben
Stephen Grosz, geboren 1952, arbeitet seit mehr als 25 Jahren als Psychoanalytiker in London und lehrt am dortigen University College. Er studierte an der University of California, Berkeley, und an der Oxford University. Er schreibt regelmäßig für die »Financial Times« und »Granta«. Sein hochgelobtes, erstes Buch »Die Frau, die nicht lieben wollte« wurde in 31 Sprachen übersetzt und war ein internationaler Bestsellererfolg. Stephen Grosz lebt in London.
Bernhard Robben, geboren 1955, Übersetzer und Journalist, lebt in Brunne/Brandenburg und übersetzt aus dem Englischen u. a. Ian McEwan, Salman Rushdie, Martin Amis, Patricia Highsmith, Peter Carey und Philip Roth. 2003 wurde er für die Übersetzung des Romans ›Abbitte‹ von Ian McEwan und für sein Lebenswerk mit dem Übersetzerpreis der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW ausgezeichnet, 2013 mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis.
Nachrichten und Interviews
Ein Seitensprung kann zum Glücksfall für die Beziehung werden
Bestsellerautor Stephen Grosz erklärt im Interview, was Liebe mit Verlust zu tun hat, wie erfüllte Sexualität in der Beziehung gelingt und wann am Ende einer Ehe sogar eine zweite Ehe miteinander möglich ist.
Herr Grosz, können uns die Geschichten anderer, in der Liebe gescheiterter Menschen, helfen, bindungs- und beziehungsfähiger zu werden?
In meinem Notizbuch steht ein Zitat von der Journalistin Amy Goodman: Gehe dorthin, wo das Schweigen ist und sage etwas. Das ist, was ich versuche: über die Liebe zu sprechen und darüber, wie wir sie leben. Viele Menschen, die mein Buch lesen, werden selbst nie zur Psychoanalyse gehen. Ich möchte, dass sie durch die mitunter überraschenden Geschichten meiner Patienten manche Dinge in ihrer eigenen Geschichte besser verstehen. Ich schreibe darüber, wie die Liebe von Verlusten bestimmt wird und diese Verluste von unserem Leben. Nicht, weil die Liebe stärker als der Tod ist – sondern weil sie schwächer ist.
Wie meinen Sie das?
Zu lieben ist hart, Liebe ist immer mit Verlusten verbunden. Schon wenn wir geboren werden, geben wir nach kurzer Zeit die Mutterbrust und die vertraute Nahrung auf. Dann gehen wir in die Kita, als junge Erwachsene gehen wir weg von zu Hause und arbeiten.
Was ja ganz normal ist.
Für mich als Psychoanalytiker sind all das Verluste, mit denen wir als Liebende fertig werden müssen. Ein Beispiel aus meinem Buch: Da ist eine junge Frau, die ihre Hochzeitseinladungen verschicken muss, aber sie bringt es nicht über sich. In unseren Gesprächen kam heraus, sie schafft es nicht, weil sie Angst hat, ihre Herkunftsfamilie, Mutter und Vater, zu zerstören und zu verkleinern, wenn sie diese Einladungen verschickt und ein neues Leben mit ihrem Partner beginnt.
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